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„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ – mit Julia von Desiary

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Wer nicht wagt, der nicht gewinnt mit Julia von Desiary

Julia Ritter, Wunsch-Kölnerin ist vor allem für ihren Shop DESIARY bekannt. Hier verkauft sie einzigartige, nachhaltige und auch selbst designte Wohnaccessoires und Geschenkideen. Doch als Gründerin ist Julia viel mehr: Designerin, Verkäuferin, Bürofachkraft, quasi das Mädchen für alles. Wieso sie ihren Job und die Selbstständigkeit liebt und wieso es niemals „Fast Interior“ geben sollte, darüber spricht Julia mit uns:

Wie hat sich dein Weg bis hin zur Gründung des Unternehmens desiary.de gestaltet? 

Ich habe Betriebswirtschaft studiert und dann 1,5 Jahre bei Daimler in Stuttgart in der Beratung gearbeitet. Hier habe ich viel gelernt, doch es hat mir das kreative gefehlt. In einem so großen Konzern ist die Arbeit sehr spezialisiert. Daher musste etwas Neues her und ich habe in Stuttgart angefangen Innenarchitektur zu studieren. In den Semesterferien habe ich nebenbei Kleinmöbel gebaut und damals schon angefangen diese im kleinen Rahmen online zu verkaufen. Das Erfolgserlebnis, das über 100 meiner designten und selbstgebauten Nachttische Menschen in ganz Deutschland erfreuen, fand ich ganz wunderbar. Da war die Idee geboren, Produkte, die ich selbst vermisste, zu suchen und vielen Menschen zugänglich zu machen. So habe ich desiary.de 2009 als Concept Store für Wohnaccessoires und Geschenkideen gegründet.

Was hast du aus diesem Lebensabschnitt gelernt?

Meine Mutter war nicht begeistert, dass ich gefühlt so viel Risiko eingehe und die vermeintlich sichere Laufbahn verlasse, aber ich wollte nicht irgendwann bereuen, es nicht gemacht zu haben. Ich konnte schon immer gut organisieren, habe einen starken Willen und eine hohe Motivation. Meine Motivation kommt aus meinem Willen zur Unabhängigkeit, Dinge zu gestalten, Lösungen zu finden, desiary.de wachsen zu sehen und mit meiner Idee erfolgreich zu sein. Die Kunden glücklich zu machen ist genau das, was ich machen will. Dabei ist meine wichtigste Erfahrung tagtäglich ist neue Probleme sportlich zu sehen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und was man von Beginn an nicht kann, kann man lernen.

 

Hattest du Angst, dir ein Standbein in der kreativen Branche der Innenarchitektur aufzubauen?

Ja tatsächlich hatte ich das, ich habe den Umweg über das Betriebswirtschaftsstudium gebraucht und das war gut so. Vor dem Studium war ich noch nicht soweit, dass ich mich auf meine Kreativität verlassen wollte. Im Rückblick hat sich alles ganz harmonisch zusammengefügt. Das wirtschaftliche Studium gibt mir das Know How für mein Business und die Innenarchitektur hat meine kreative Ader ausgebaut.

 

Was begeistert dich an Interior Design?

Interior Design gibt uns ein Zuhause für uns und unsere Lieben. Hier können wir uns einen Platz schaffen, der uns gut tut, wo wir uns zurückziehen können, der uns auftankt, wo wir mit Freunden feiern und wo die Geschichten unserer Familien geschrieben werden. Ein Zuhause entwickelt sich mit uns und spiegelt unsere Werte und unsere Identität wieder, es wächst und verändert sich mit uns.

 

Wann und wieso hast du dich entschieden neben dem Online Shop einen Flagshipstore in Köln zu eröffnen?

Der Desiary Laden im Kölner Süden ist als Pop-up Store entstanden. Die Ladenfläche war gerade kurz vor Weihnachten frei geworden und auf dem Nachhauseweg hatte ich die Idee, dass es doch schön wäre, für die Kölner Kunden temporär auch stationär vor Ort zu sein. Der Laden ist super angekommen und der direkte Kontakt mit unseren Kunden macht jeden Tag Spaß. Wir haben fantastische Kunden, die unsere Auswahl schätzen und sich freuen, dass wir eine Vorauswahl treffen an besonderen Accessoires und Geschenkideen. Jetzt sind wir seit 7 Jahren in der Goltsteinstraße und haben uns letztes Jahr gerade weiter in der Goltsteinstraße vergrößert mit einem zweiten Ableger. Für viele Kunden ist der Kölner Süden und Bayenthal noch ein weißes Stück auf der Landkarte, aber die Goltsteinstraße zwischen der Kölner Südstadt und Marienburg ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ein paar Häuser weiter haben wir DiFerigo, der das beste Eis der Stadt ökologisch und mit viel Kreativität macht, wir haben eine tolle Visagistin und viele kleine Läden. 

 

Drückst du in der Produktauswahl deines Shops gezielt deinen Einrichtungsstil aus?

Stimmt erwischt. Mir machen Statement Pieces besonders Freude.
Alles außer langweilig. Wir finden besondere Stücke, das sind Wohnaccessoires ausgezeichneter Designer und kleiner Manufakturen und Ateliers, toll. Die Auswahl spiegelt meinen Geschmack wieder und ich würde nichts verkaufen, was nicht auch bei mir zu Hause stehen könnte oder was ich meinen Lieben schenken würde. 

 

 

Was ist dir bei dieser Produktauswahl besonders wichtig? Auf was legst du bei deinen einzelnen Produkten gezielt wert?

Wir suchen unsere Produkte nach 4 Kriterien aus. Sie müssen qualitativ hochwertig sein, das heißt langlebig in Design und Entwurf. Produkte ohne Identität und Herkunft, die monatlich oder saisonal weggeworfen werden, finde ich persönlich ganz schrecklich. Lieber weniger kaufen und dafür Lieblingsstücke, die lange begleiten. So entstehen unsere Produkte überwiegend in Handarbeit und aus natürlichen Materialien. Das sind z.B. handgefertigte Lederwaren aus Italien und Spanien, handgegossenes Porzellan in matten Pastellfarben aus Wien, Happy Chic aus New York und skandinavisches Glas. Auch findet ihr viele Designklassiker in unserem Sortiment wie der Holzaffe von Kay Bojesen, der schon seit den 50ern Designliebhaber auf der ganzen Welt erfreut.

 

Entwirfst du auch eigenen Kreationen für deinen Shop?

Ja, seit 2 Jahren ergänzen wir unser Sortiment um Produkte, die ich selber vermisst habe, so sind unsere beliebten Marmortabletts entstanden oder die XXL Chunky Wolldecke Cosima, die so groß ist, dass sie mit den Armen gestrickt wird. Damit wird das Sortiment noch persönlicher.

 

Welchen Spirit möchtest du mit deinen Kunden teilen?

Statt irgendetwas zu kaufen, den Fokus auf Qualität und Designanspruch zu legen. Wir brauchen keine Fast Fashion in der Einrichtung. Wir haben nur die eine Umwelt und hier ist mein Ziel, Style mit Nachhaltigkeit, Herkunft und Identität zu verbinden.

 

Was sind deine nächsten Ziele mit desiary.de?

Gerade wachsen wir und daher stellen wir in nächster Zeit viel innerhalb des Unternehmens um. Wir haben neue Kooperationen geschlossen und sind selber gespannt, wo es uns hinbringt. Ein großes Ziel ist es auf jeden Fall unsere eigenen Produkte und unsere eigene neue Marke adorist. weiter groß zu machen.

 

Würdest du den Schritt zur Selbstständigkeit immer wieder wagen? Inwieweit hat er dich geprägt?

Ja, ich würde es wieder machen. Es ist nicht immer leicht und das Arbeitsaufkommen, wenn man selbstständig ist, ist einfach der Wahnsinn. Man hat nie frei und der Kopf ist immer bei der Arbeit. Ich bin sicher, anders wäre es einfacher, aber sein eigenes Unternehmen zu haben gibt auch unheimlich viele Entwicklungschancen. Geprägt hat mich, dass ich weiß, dass mich so schnell nichts umhauen kann und ich bis jetzt für jedes Problem eine Lösung gefunden habe.

 

Wieso sollte es mehr Frauen in der Gründerszene geben?

Frauen machen einen großartigen Job, sind tolle Multitasker, machen 50% der Gesellschaft aus. Es gibt keinen Grund, warum das in der Selbstständigkeit nicht so sein sollte. Wir sind ein reines Frauenteam und ich bin sehr stolz auf mein Team, jede einzelne ist mit so viel Power und Herzblut bei der Sache. Wir bräuchten bei uns wohl eher eine Männerquote.

 

Findest du, dass Einrichtung und Kleidung das Stilbewusstsein einer Person widerspiegeln?

Auf jeden Fall, Stilbewusstsein, aber auch Werte, beides drückt aus, wie sehe ich mich und wie sollen mich andere wahrnehmen.

 

Inwieweit zeigt sich dein Einrichtungsstil in deiner Kleidung?

Ich habe viele Basics und viele Lieblingsstücke, ich mag schwarz, das kommt wohl noch aus der Architektur kombiniert mit einer Akzentfarbe. Bei Kleidung ist es so, dass wenn mir etwas gefällt, kaufe ich es gleich mehrmals. So habe ich mehrmals die gleichen Schuhe, die gleichen Pullover in der gleichen Farbe usw. Das mache ich in der Einrichtung nicht.

 

 

Identifizierst du dich mit der Essenz „in Girls we Trust“ unserer Marke Oh April, wenn ja wieso?

In Girls we Trust ist ein wunderbarer Slogan, wem ist der eingefallen? Wir leben das schon sehr lange und ich bin sicher, dass mit diesem Slogan Frauen die Weltherrschaft übernehmen werden. Es ist wichtig, dass Frauen sich gegenseitig unterstützen und dass Mädchen Vorbilder haben und an das glauben, was sie schaffen können. Hier ändert sich gerade viel, in der Gesellschaft, in der Erziehung und in vielen anderen Bereichen. In früheren Generationen war das noch nicht so ausgeprägt, daher bin ich sehr froh, so viele positive Veränderung zu sehen.

 

Was ist dein Lieblingsteil von Oh April?

Der ‚Little Lucy Skirt’ in Zebra und der ‚In Girls We Trust‘ Hoodie. Was würdest du unseren #girlsofapril mitgeben wollen, dass auch sie den Mut finden, ihre Träume zu verwirklichen? #einfachmachen und nicht in Perfektion sterben, man muss nicht alles alleine wissen, sich Hilfe und Unterstützung holen, ist gut und ein Erfolgsfaktor. Ich bin dieses Jahr Coach bei „Unternehmerinnen der Zukunft“, ein Programm für digitale Projekte von Frauen unter der Schirmherrschaft von unserer Digitalisierungsministerin Dorothee Bär, auch mit dabei ist Judith Williams, Amazon, die Brigitte Akademie, global digital women und der Verband deutscher Unternehmerinnen. Dieses und andere Programme sind toll, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und zusammen mehr zu erreichen.

 

In diesem Sinne: Traut euch Girls, denn wie auch Julia so schön gesagt hat: „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. 

Zögert nicht für eure Träume und Ziele zu kämpfen und diese zu leben. Denn wer es nicht probiert, wird nie wissen, wie es ausgegangen wäre…

 

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