Liebe, Sex und Support unter Frauen – das sagt Bloggerin Nicolette dazu

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Nicolette, bekannt auf Instagram unter ihrem Kanal nicolette.vlogt, hat einen ganz besonderen Beruf: Sie ist Sexbloggerin. Auf sozialen Medien wie Instagram oder Youtube gibt sie Ratschläge und beantwortet Fragen ihrer Community rund um das Thema Liebe, Lust und Sex. Mit ihrer humorvollen Art unterstreicht sie, dass man keine Angst haben sollte über Tabuthemen wie Sex öffentlich zu reden. 

 

Warst du schon immer so offen gegenüber vermeintlichen Tabuthemen? Oder hat sich das Ganze erst durch ein bestimmtes Ereignis / einen Lebensabschnitt entwickelt?

Ich hatte immer eine offene Einstellung gegenüber diesen Themen. Ich habe mich auch immer offen darüber geäußert, jedoch nicht so offen wie jetzt. Denn ich denke, wenn die Community wächst, wächst auch die Sicherheit. Du merkst, dass die Leute das mögen, worüber du sprichst, und es gar nicht so verkehrt sein kann. 

Also grundsätzlich war ich immer so offen, nur nicht ganz so opulent wie jetzt.

 

Was hast du beruflich vor Instagram gemacht?

Ich habe in Düsseldorf Betriebswirtschaftslehre studiert. Dann war ich lange, ca. sieben Jahre, Visagistin bei RTL.

Als ich aufgehört habe als Visagistin zu arbeiten, habe ich dann ganz viele verschiedene Dinge gemacht: ich war im Außendienst, ich war im Vertrieb, ich war ganz lange Verkäuferin. Also ich habe immer irgendetwas gemacht, damit Geld reinkommt.

 

Sollte es mehr sexuelle Aufklärung auf Plattformen wie Instagram geben?

Der Kanal Maedelsabende vom WDR leistet in dieser Hinsicht echt tolle Arbeit. Erst neulich habe ich sie bei dem Thema Geschlechtskrankheiten unterstützt. Und als ich mir die ganzen Umfragen der Mädels angeguckt habe, ist mir erst aufgefallen wie unsicher und teilweise auch unaufgeklärt die Leute dem Thema gegenüber sind.

Deswegen würde ich sagen, wir müssen schon mehr darüber sprechen.  Aber ich glaube auch, dass Sexualität was Intimes und Privates für jeden Einzelnen ist. Und was genau intim und privat ist, entscheidet jeder für sich. Deswegen kann ich nicht pauschalisieren und sagen: „Wir müssen mehr über Sex sprechen“. Aufklären aber schon. Aber da kann man sich auch gerne an der Oberfläche halten und muss nicht so tief gehen wie ich.

 

Bei deinem Format Dirty Donnerstag auf Instagram bekommst du super viele Fragen zum Thema Sex gestellt. Kommt es da auch schon mal vor, dass du dir denkst „Die Person ist gar nicht aufgeklärt“?

Tatsächlich könnte ich eine Top 5 der meist gestellten Fragen machen. Die haben aber, wie ich finde, nichts mit „nicht aufgeklärt“ zu tun, sondern sind oft auf zwischenmenschliche Defizite zurückzuführen, wie zum Beispiel nicht vorhandene Kommunikation mit dem Sexpartner und Schamgefühl. Ich glaube, Schamgefühl hat nichts im Schlafzimmer zu suchen. Ich kann anhand der Fragen des Dirty Donnerstags nicht sagen, dass die Leute unaufgeklärt sind – ganz im Gegenteil: Ich finde es toll, wie experimentierfreudig sie sind. 

 

Wie beeinflusst dein Beruf „Sexbloggerin“ dein privates Leben?

Was viele unterschätzen ist, dass ich von mir privat fast gar nichts erzähle. Viele meinen immer, ich plaudere aus dem Nähkästchen. Wenn man aber genau aufpasst, tue ich das sehr wenig. Ich rede niemals über meinen Beziehungsstatus. Ich halte sehr viele Bekannte, Freunde und Familie raus. Dass, was ich zeige und sage, meine ich auch so. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, was man sagen darf und was nicht. Du musst es einfach für die Allgemeinheit anpassen. Ich kann mir viel erlauben, die Leute sind es von mir gewohnt. Sie erwarten es auch und finden es gut.

Privat kann ich sagen, es finden nicht immer alle Leute gut, dass ich über Sex spreche. Mein Umfeld hat sich dran gewöhnt. Meine Eltern fanden es am Anfang ganz furchtbar. Als sie aber das Wachstum und die Reichweite begriffen, fanden sie es cool.

 

Wie äußert sich das Ganze bei Dates?

Einen Vorteil hat es mittlerweile: Ich muss mich selber nicht mehr erklären. Das macht Google. Ich kann behaupten, von 10 Männern googeln 9. Eine der ersten Fragen, die man mir stellt, ist meist: „Was machst du beruflich?“.

Ich bin da wie ein offenes Buch und entweder sie finden mich und meinen Beruf dann cool oder nicht. 

 

Bist du momentan in einer Beziehung?

Nein. Ich hatte etwas am Start, keine feste Beziehung. Das war lange Zeit sehr angenehm. Wir haben gut miteinander funktioniert. Es ist aber dann aus nicht medialen Gründen auseinandergegangen. Ich musste schweren Herzens loslassen.

 

Was würdest du Menschen sagen wollen, die dir und deinem Job gegenüber voreingenommen sind?

Ich würde sagen, du brauchst keine Angst haben, alles gut, ich beiße nicht. 🙂

 

Zweifelst du manchmal an deiner speziellen Berufswahl? Oder hast du Zukunftsängste?

Ich habe mich immer gefragt wie andere das sehen, die im Internet Geld verdienen. Denn bei vielen, genauso wie mir, ist das Ganze von heute auf Morgen passiert. Alles hat sich immer sehr schnell entschieden – ich habe mich dann auch schnell entschieden meinen Job zu kündigen. 

Ich habe manchmal schon Angst, dass etwas passieren könnte. Ich glaube aber, wenn man das Grundtalent, was wir alle haben, hat, dann wird schon alles seinen Weg gehen. Man sollte versuchen zu investieren, wo man vermutet, dass es sich lohnt sich.

 

Findest du, gegenseitiger Support von Frauen ist wichtig?

Ja, ich fände es ganz süß, wenn die Geschlechter untereinander sich tragen und unterstützen. Ich glaube nach wie vor, dass die Frau DAS Geschlecht ist, was die größte Gabe hat Liebe zu transportieren. Dass soll nicht heißen, dass Männer nicht liebenswürdig sind. Ich glaube einfach, dass die Frau der Botschafter von Liebe und Harmonie ist. Die Power, die eine Frau hat, kann sie nutzen, um andere Frauen zu unterstützen.

 

Wir können Nicolette nur beipflichten, wir Frauen sind stark! Wir sollten diese Stärke bewusst nutzen, die Liebe in unsere Außenwelt zu tragen und keine Scheu haben, offen über die verschiedensten Themen zu sprechen. Denn öfter als wir vermuten, ist der offene Austausch die Lösung zu unseren Problemen. #girlsofapril

Be Lovely, Be Kind, Be April

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